Die-Gesunder > Sonstiges > Ist eine Schutzimpfung etwas, vor dem man sich schützen sollte? (Stand: 24.06.2017, 21:25)

Was ist FKK?

(Beitrag für das FKK-Freunde.info-Forum)

Den Begriff »FKK« hat schon jeder gehört. Aber was ist eigentlich FKK? 

Es werden darunter recht unterschiedliche Dinge verstanden und es fängt schon mit dem Artikel an. Während man meist von »dem« FKK spricht - so als wäre es sächlich: das FKK -, müsste es eigentlich entsprechend seiner ausgeschriebenen Bedeutung, nämlich »Freikörperkultur« weiblich sein: Die Freikörperkultur = die FKK.

Aber was beinhaltet nun die oder das FKK? 

FKK hat seine Wurzeln in der deutschen Lebensreform, Ende des 19. Jahrhunderts. In dieser Zeit entstanden massenhaft Sport- und Gymnastikvereine, Naturheilvereine, Wandervereine, Schrebergärten u.v.m.. Die Menschen strebten nach Ausgleich für ihre harte, krankmachende Arbeit, ihre dunklen engen Wohnungen und/oder sie suchten nach neuen Freiheiten (vor allem die bürgerlichen Richtungen). 

Als Kulturkonzept wurde es eingeführt um 1880 von Dr. Produr, Dresden unter dem Begriff Nacktkultur, der mindestens bis 1933 amtlich verwendet wurde (z.B. 27.4.1932 bei der Zensur eines Werbefilmes von Adolf Koch ("Körperkulturschule 'Sonnenland'") durch die Film-Oberprüfstelle Berlin.

Möglicherweise, weil dieser Begriff zu sehr Ärgernisse im konservativen Bürgertum hervorrief, nannte man es später - wahrscheinlich in Anlehnung an und gleichzeitig Abgrenzung zur bereits vorhandenen »Körperkultur« Freikörperkultur. Es ist jedoch auch möglich, dass man den Aspekt »nackt« für nicht korrekt hielt, weil »nackt« im Allgemeinen dafür steht, dass etwas fehlt (eine nackte Wand, Nacktschnecke usw.), dem unbekleideten Menschen aber eigentlich nichts fehlt, sondern der bekleidete oft unnötig viel bekleidet ist.

Schon zur Anfangszeit bildeten sich verschiedene Strömungen heraus. Weit verbreitet war jedoch die Einbeziehung von Gymnastik, Tanz und Sport. Radikalere Richtungen verlangten einen Verzicht auf Alkohol, Nikotin oder auch auf das Essen von Fleisch oder waren rassistisch geprägt.

Die Nackt/Freikörperkultur wurde von den Nazis erst verboten, dann - ideologisch "gleichgeschaltet" - gefördert.

Nach dem 2. Weltkrieg entstanden - im Gegensatz zu den oft durch eine Einzelperson hierarchisch geführten Organisationen davor - FKK-Vereine.

 

1974 einigte man sich auf dem Weltkongress der Internationale Naturisten Föderation (INF-FNI) auf folgende, bis heute gültige Definition:

„Sie [diese Lebensweise] kommt zum Ausdruck in der gemeinschaftlichen Nacktheit, verbunden mit Selbstachtung, sowie Respektierung der Andersdenkenden und der Umwelt. Gemeinschaftliche Nacktheit ist ein essentielles Kennzeichen des Naturismus, der die Naturelemente Sonne, Luft und Wasser völlig auswertet. Der Naturismus stellt das physische und psychische Gleichgewicht wieder her, indem er Erholung in einer natürlichen Umgebung bringt, durch Bewegung und Respekt für die Grundprinzipien von Gesundheits- und Ernährungslehre. Der Naturismus fördert viele Aktivitäten, die die Kreativität entwickeln. Völlige Nacktheit ist der geeignetste ‚Anzug‘, um eine Rückkehr zur Natur zu verwirklichen und ist mit Sicherheit der sichtbarste Aspekt des Naturismus, auch wenn sie nicht der einzige ist. Sie hat eine ausgleichende Wirkung auf Menschen, indem sie sie von Spannungen befreit, die durch Tabus und Provokationen der heutigen Gesellschaft verursacht sind, und den Weg zu einer einfacheren, gesunderen und menschlicheren Lebensweise zeigt.“

Wie wir hier im Forum merken, erkennen hier einige (oder viele?) diese Definition nicht an. Selbst Wikipedia bringt neben dieser Definition ganz andere Aspekte mit herein. Wenn dort steht: „Die Freikörperkultur (FKK; …) bezeichnet die gemeinschaftliche Nacktheit, vielfach im Freien, aber auch in Gebäuden (Sauna, Schwimmbad, Gymnastiksaal, Clubräume usw.). Anliegen dabei ist die Freude am Erlebnis der Natur oder auch am Nacktsein selbst, in der Regel ohne dies mit Sexualität in Verbindung zu bringen.“, so weicht man hier deutlich von der INF-Definition ab, die eine natürliche Umgebung vorschreibt und Sexualität - auch nicht als Ausnahme - nicht mit einbezieht. Weiterhin ist bei der Definition von Wikipedia der Aspekt der Gesundung völlig weggelassen: weder Bewegung noch die „Grundprinzipien von Gesundheits- und Ernährungslehre“ werden erwähnt.

Man kann sagen, die Definition von Wikipedia hat bis auf den Aspekt der »gemeinschaftlichen Nacktheit« nichts mit der Definition der INF gemein. Man wollte wohl hier der Tatsache gerecht werden, dass der Begriff heute tatsächlich für nahezu jede textilfreie Freizeitbeschäftigung verwendet wird.

Damit kommen wir zum eigentlichen Punkt: Was ist (heute) FKK? Was darf sich so nennen und was nicht?

Man kann juristisch niemanden verbieten, sein Tun als FKK zu bezeichnen - egal, was es ist. Egal, was er macht. Es ist seine Meinung und wir haben im Land Meinungsfreiheit. Umso mehr als der Begriff für viele zur Beliebigkeit verkommen ist und - siehe Wikipedia - für nahezu jede textilfreie Freizeitbeschäftigung verwendet wird. So darf uns nicht wundern, dass den Begriff verschiedenste Gruppe für sich verwenden: Von den, wenn auch wenigen noch entsprechend der INF-Definition Lebenden „klassischen“ FKKlern über nur Nacktbader, Nacktwanderer, andere Nacktsportler, in eher liberal und konsumorientieren FKK-Vereinen Organisierten, Wild- (und Wald- und Wiesen) FKKlern, Saunagängern, nur zu Hause Nackten bis hin zur Swinger- und Rotlichtszene. 

Für viele ist »FKK« nichts anderes als ein Synonym für »nackt«. Dies ist umgangssprachlich meist kein Problem. Wollen wir jedoch unsere eigene Vorstellung vom Inhalt von  »Freikörperkultur« vermitteln, wollen wir darüber sprechen, müssen wir beachten, dass es eine Fülle von Vorstellungen gibt. Müssen wir dem anderen erklären, was wir selber darunter verstehen.

So könnte einer sagen: „Ich vertrete die Meinung, die in der INF-Definition zum Ausdruck kommt. Deshalb ist für mich z.B. kein FKK, wenn man ohne Sport faul am Strand liegt. Und für mich ist es kein FKK mehr, sobald Sex ins Spiel kommt.“

Oder ein anderer könnte sagen: „Ich vertrete die Ansicht, die bei Wikipedia steht, wonach wohl Sex in Clubräumen auch als FKK gelten kann. Oder auch am Strand?“

Oder ein Dritter könnte sagen: „FKK ist für mich nacktes Baden an einem dafür vorgesehenen Strand, alles andere ist sonst etwas aber kein FKK.“

 

Wir sehen: Wenn wir uns nicht auf eine gemeinsame Definition einigen, müssen wir immer wieder lang erklären, was wir jeder einzelne unter »Freikörperkultur« verstehen und was wir ausschließen.

 

Ich persönlich definiere meine Art der »Freikörperkultur« für mich so: Die Hauptmerkmale sind »gesundend«, »nackt« und »kultiviert«. Deshalb nenne ich sie entsprechend der Anfangsbuchstaben dieser drei Hauptmerkmale »genak-FKK«. Die gesundende Wirkung erreiche ich durch die meiner Meinung nach angenehmste und mit Abstand gesündeste sportliche Freizeitaktivität, dem (nackten) gLauf, auch »Eisjoggen« genannt (und diverse andere Bezeichnungen), die gleichzeitig Benimmregeln gegenüber Textilen (Bekleideten) beinhaltet. Sexuelle Aktivitäten haben dabei nichts zu suchen. Ich vermeide bei meinen Läufen so gut es geht, jede Veränderung der Natur, beobachte und achte sie - ja fühle mich für diese Zeit selbst zur Natur geworden.

Darüber hinaus ernähre ich mich in gemäßigtem Rahmen bewusst, meide Alkohol, Nikotin und illegale Drogen, reduziere bewusst den Konsum von Unterhaltung, achte auf ausreichend Schlaf. 

 

 

Und jetzt geh ich schlafen!